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IHEK Workshop Arbeiten & Einkaufen

Hier in der Neustadt fehlt’s an vielem. Mir fehlt z.B. gerade ganz oft das U auf meiner Tastatur, das erschwert mir das Arbeiten, aber leider kann ich hier direkt keine neue Tastatur einkaufen, da müsste ich in die Spandau-Arcaden. Und wenn ich da nicht wirklich zwingend hin muss, gehe ich da möglichst nicht rein. Miese Luft, proppenvoll, man läuft sich die Füße wund und ich habe es schon lange satt, in diesen Einkaufstempeln immer und ewig die gleichen Geschäfte zu finden. Langweilig. Abtörn-Shopping.

Dass es anderen anders geht und es Fans des Arcaden-Shoppings gibt, wurde beim Workshop Arbeiten & Einkaufen für’s IHEK von mehreren Seiten berichtet. Ach, es gibt so Momente, da wäre man lieber Wühlmaus oder Pflasterstein oder ein Apfelbaum und keine Angehörige der Spezies Homo Shoppingmalliensus. Dabei ist die Einkaufswelt am Spandauer Bahnhof für mein Einkaufserlebnis das geringste Problem. [Weiterlesen]

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Herr M. aus B. in Sp.-N.

Ein trüber Tag. Dubiose Personen mit Bierflaschen in der Hand lungern auf der Straße herum. Gäbe es eine Hintergrundmusik, es wären traurig jammernde Geigen. Jeder Zoll Hartz IV (?), präsentiert sich ein Pärchen mit Hund. Und auch die Herrschaften aus der nächsten Einstellung sehen eher aus wie Teilnehmer an einem Drogenprogramm denn nette Nachbarn. Der RBB in der Neustadt*. Denn der Regierende war da.

Schnitt. Die smarte junge Frau erklärt, dass sich alles ändern wird. Schnitt. Ein letzter Schwenk, diesmal untermalt von Fluglärm, ein Airbus durchschneidet die Szene. Spandau-Neustadt im April 2015.

Schneller Rücklauf.

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Nachklapp: Die AG Gewerbe – Schaufenstergestaltung und Befragung der Gewerbetreibenden

2015-03-12 19.25.08Eng ging es zu im JobKiosk.Plus in der Lynarstraße: Mehr als zehn Personen machen in dem kleinen Ladenraum schon ein Gedränge. Und mehr als zehn Besucher waren es dann schließlich auch, die zu einem guten Teil interessiert waren am Vortrag der Innenachitektin Dipl. Ing. Cathrin Büsse zum Thema Gewerbe- und Schaufenstergestaltung. Ein sehr interessanter Vortrag, als Nicht-Ladenbesitzer hat man meistens nicht die Gelegenheit, sich mit den Feinheiten in diesem Metier zu beschäftigen. Dass es für mich nicht so viel Neues gab, liegt eher daran, dass ich früher auch mal Architekten in der Benutzung von 3D-Software geschult habe, wo es darum ging, virtuell erstellte Räume mit Texturen und Licht so realistisch wie möglich zu gestalten und wofür ich mich ein bisschen ins Thema einarbeiten musste, um zielgruppenorientiert zu schulen. Das Leben nimmt allerlei Zickzackkurven, nicht wahr?![Weiterlesen]

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Ein Viktualienmarkt in der Neustadt?

Es ist ein zartes Pflänzchen! Wieder traf sich eine Gruppe Aufrechter, die die Durchführung eines Events im Herbst 2015 vorantreiben will: Ein Fress-, pardon, Naschmarkt auf dem Lutherplatz, Arbeitstitel „Viktualienmarkt“, mit Ständen, die gesunde, regionale Lebensmittel verkaufen und auch einigen Imbiss… nein, nicht Imbissbuden, aber „Foodtrucks“ ist so ein verblödet englischer Begriff, also mit Essensständen mit feiner Kost. Da kann man mal sehen, „Essensstände“ klingt ausgesprochen unanimierend, nicht sexy. Aber dieses ständig alles Verenglischen, bäh, ne, also das ist auch nicht schön.

Äh, wo war ich?

Ach, abgelenkt. Ja. Gestern traf sich das Häuflein also wieder, angeführt von Herold Philippe Royer. Der überbrachte die Nachrichten, dass die Luthergemeinde der Idee sehr aufgeschlossen gegenüber steht. Und dass die Finanzierung noch überhaupt nicht klar ist. Die Protagonisten von „Havelgut“, drei junge Menschen mit Mutterboden unter den Fingernägeln und Ideen im Kopf, waren auch da und zögerten, allzu begeistert zu sein. Klar, wer durch die Neustadt geht, trifft nicht auf die Stimmung, die in anderen Gegenden Berlins einen Absatzmarkt für Bio-Gemüse und hochwertige Produkte aus der Landwirtschaft signalisiert. Aber mal ehrlich, die Alkis und Junkies, die gerne mal die eine oder andere Ecke im Quartier bevölkern, geben auch nicht den echten Querschnitt der Bevölkerung wieder. Niemand kann wirklich ahnen, wen und wieviele man mit einem solchen Markt aus den Häusern locken kann, Menschen, die momentan in der Neustadt nur wohnen, zum Einkaufen aber weit weg fahren, weil Bio-Aufbackbrötchen von Lidl und Massenbioeier von Netto auf die Dauer nicht genug sind. Wir liegen auf dem Trockenen! Gießt uns!

Richtig weitergekommen sind wir möglicherweise nicht. Unser „loup dominant“ hat da so seine Idee im Kopf, die vielleicht mit der Gruppenidee nicht immer zusammenkommt. Tatsächlich bekam die Mehrheit am Tisch beim Gedanken an eine Art Straßenfest leuchtende Augen, während die Grundidee eine sehr viel professionellere, kommerziellere ist. Aber da sitzen eben weniger die Profis am Tisch, mehr die mit Herzblut. Die Profis, die von Havelgut, das waren die, die ein wenig gedämpft waren, ein Eindruck, dem man sich nicht verschließen sollte und eine Tendenz, der man entgegenarbeiten muss. Und dann sollte man beides zusammen führen, das Herzblut der Menschen vor Ort, die sich etwas rundherum Schönes wünschen, und die kommerziellen Interessen, die am Ende ausschlaggebend sein werden für einen nachhaltigen Erfolg.

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Quartiersräte vernetzen

Das QM hatte vor einigen Wochen einen Aufruf weitergeleitet:

„Liebes Quartiersmanagement,

wir die Quartiersräte im Gebiet Soldiner Kiez möchten mit uns mit Quartiersräten anderer Gebiete über zentrale Fragen austauschen. Dazu haben wir einen Aufruf verfasst und einen Blog eingerichtet. Der Aufruf ist in Anhang angefügt. Bitte leisten sie diesen Aufruf an die Quartiersräte weiter.

Wir bedanken uns recht herzlich bei ihnen.“

Vernetzen klingt immer gut und Erfahrungen austauschen auch. In den Newsletter auf der schnell installierten Seite www.qrvernetzung.wordpress.com habe ich mich gleich eingetragen und knapp zwei Wochen später in die Neustädter Runde gefragt, ob denn noch jemand Interesse hat. Als Neuling schwimme ich schließlich immer noch ziemlich in trüben Gewässern. Ein weiterer Kollege hatte noch sein Interesse bekundet, hat es aber dann gestern wohl doch nicht geschafft. Und der Soldiner Kiez liegt von uns aus natürlich auch nicht um die Ecke. Aber ganz Berlin ist ja eher weiter weg von uns.

Auch die anderen Quartiersräte scheinen von uns entfernt zu sein. Deren Probleme möchten wir zum Teil erst einmal haben. Gentrifizierung? Die erreicht uns eher erst, wenn Berlin so sehr gewachsen ist, dass Spandau zur Mitte gehört. Unsere Probleme liegen auf einem ganz anderen Niveau. und ja, das Nachbarschaftscafé in der Nachbarschaftsetage, in dem wir uns getroffen haben, hat mich auch total neidisch gemacht. Das läuft wohl schon seit 20 Jahren, allerdings auch als richtiger Cafébetrieb, nicht als ehrenamtliche Leistung.

Mitte, Kreuzberg, Wedding, Neukölln, Schöneberg und einmal tiefer Osten, aus dem äußersten Westen war nur ich vertreten und die Runde war ein bisschen vom anderen Stern. Die meisten Quartiersrats-Neulinge steckten schon tief drin in der Projektarbeit und sind sehr involviert. Ich selbst fühle mich bei uns noch als drittes Rad und so, als ob es ganz okay wäre, dass die kleine Martina die Großen erstmal in Ruhe arbeiten lässt, bevor wir mal gemeinsam spielen. Das nächste Treffen der Neustädter Quartiersräte liegt im Mai und damit hinter dem Quartiersrätekongress, einem in der Vernetzungsrunde einhellig als „Jubel-Veranstaltung“ titulierten Event, für das es konkret keine Vorbereitung gibt bei uns, außer man ruft intern dazu auf. Also irgendjemand. Oder so.  Und was läuft sonst so? Die traditionellen Neustädter Seilschaften scheinen miteinander in Kontakt zu sein und alle insgeheim froh, nicht zu viel beschäftigt zu sein mit der Chose. Bis zum Quartiersrätekongress habe ich in meinem Kalender allerdings schon zwei weitere Netzwerktermine stehen. Es gibt konkrete AGs und ein weiters Gesamttreffen. Ui.

Von daher war mein Staunen groß. Wie viel Kritik es hagelte an dem Ganzen.Und wie stark involviert die meisten waren. Natürlich waren eine ganze Menge anstrengender Lautsprecher da. Und so viel Reflektion über das Selbstbild der Quartiersräte. Und Kritik an der Geschäftsordnung. Ich kam mir sehr langsam im Kopf vor in diesem Moment.

Ich glaube nicht, dass wir in der Spandauer Neustadt jemals eine „solche“ Gruppe von Quartiersräten werden. Die Menschen hier sind einfach anders. Viel weniger politisch vielleicht. Vorsichtiger. Mit ganz anderen Problemen und anderen Perspektiven. Größeren Spaß hätte ich mit Sicherheit in einem Krawallmacher-Quartiersrat wie da aus dem Schiller-Kiez (Gott, wo ist das?). Als passionierter Dorn im Fleisch trete ich ja nicht nur denen auf die Füße, die den Po nicht hochbekommen, sondern auch gerne den Lautsprechern in eben dasselbe Körperteil. Nun. Jetzt bin ich aber mal hier. Und nachdem ich gestern einen vom Quartiersrat geprägten Tag hatte, an dem die Arbeit etwas kurz kam, muss ich mich wohl oder übel erst einmal wieder um den Brotwerwerb kümmern.

Während es in mir nagt. Ich will mehr wissen.

Also muss ich mir die Informationen holen und erwarte nicht, dass man sie mir zusammen mit einem Blumenstrauß vor die Türe legt. Demnächst.